Filzen

PlatzhalterbildWir leben in der Zeit der synthetischen Fasern. Die Herstellung von Textilien ist seit langem eine Sparte der Ingenieurswissenschaften.
In vielen Punkten sind die synthetischen Fasern den natürlichen Fasern überlegen; jedoch, sie wärmen und schützen uns synthetisch, sie berühren nicht unser Herz. -

In dieser Zeit erlebt Filz eine Renaissance.

Wolle und Wasser, -
der Rest ist harte körperliche Arbeit ohne Maschinen und Werkzeuge, -
die ursprünglichste aller Textilien.
Die Möglichkeit, aus lockerer Schafwolle durch einen archaischen Arbeitsprozeß dreidimensionale Körper von nahezu unverwüstlicher Qualität zu schaffen, fasziniert und läßt den Filzer nicht mehr los.
Weitab von traditioneller Folklore entstehen durch die vielfältigen Möglichkeiten der Form- und Farbgebung Werkstücke mit einem einzigartigen Reiz.

Filz entsteht unter den Händen,
der Bezug zwischen Filzer und Werkstück ist unmittelbar, der Arbeitsprozeß ist lang und anstrengend, das Ergebnis bezaubert.
Schon der optische Eindruck führt die Hand des Betrachters, Filz muß man anfassen, um ihn zu verstehen. Nicht umsonst hat „anfassen“ dieselbe Bedeutung wie „begreifen“ und „begreifen“ dieselbe wie „verstehen“.

Die weiche und doch feste Oberfläche, die Wärme, der matte Glanz unter dem Licht und der zarte Flaum im Gegenlicht; all das ist uns irgendwie menschlich vertraut und berührt uns im Innersten, im Herzen.